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News & Aktuelles
27. Mai 2014

Wormser Zeitung: „Quetschkommod“ war gestern

KONZERT Sinfonisches Akkordeon-Orchester Hessen kommt gänzlich ohne Pauken und Keyboards aus

WORMS – Von manchem Zeitgenossen wird das Akkordeon gerne auch mal abschätzig als „Quetschkommode“ bezeichnet, das nur für die musikalische Unterhaltung auf weinseligen Dorffesten oder als Hintergrundbeschallung für Hafenkneipen geeignet ist. Diese Wahrnehmung hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert, nicht zuletzt dank solcher Ensembles wie dem Sinfonischen Akkordeon-Orchester Hessen. Der renommierte Klangkörper gastierte am vergangenen Samstag mit einem anspruchsvollen Programm im Wormser Theater und wusste dabei auf ganzer Linie zu überzeugen

Der Schwerpunkt des Konzertabends lag eindeutig auf Amerika, denn neben der Konzertanten Suite von Helmut Degen fanden sich Kompositionen von John Williams, Elmer Bernstein und George Gershwin auf dem Programmzettel. Der Auftakt, eine Ouvertüre zur Filmmusik von „Die Cowboys“, geriet noch etwas steif, was aber weniger am Akkordeonorchester lag als an der doch etwas blutleeren Musik von John Williams, die in keiner Weise an den Melodienreichtum seiner späteren Meisterwerke wie den Filmmusiken zu „Krieg der Sterne“ oder „Indiana Jones“ heranreichte. Das Orchester schien hier kompetent und routiniert eine Pflichtaufgabe zu erledigen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie ausgewechselt dann der Vortrag von Helmut Degens Konzertanter Suite. Dirigent Thomas Bauer kitzelte aus seinen Musikern höchst ansprechende Leistungen heraus. Sei es der getragene zweite Satz mit seinen elegischen Melodiephrasen oder das mit Schmackes intonierte Finale, hier zeigte sich ganz klar, welche Klasse das Sinfonische Akkordeon-Orchester Hessen besitzt. Auf schmückendes instrumentales Beiwerk wurde hier übrigens verzichtet: kein Keyboard, keine Pauke, keine sonstigen Perkussionsinstrumente. Stattdessen stand der einzigartige Klang des Akkordeons im Mittelpunkt. Dank der kreativ eingesetzten Register ergab sich trotzdem auch hier eine abwechslungsreiche Klangkulisse.

Ein echter Matchwinner war auch die von Elmer Bernstein geschriebene Titelmelodie zur Filmmusik von „Die Glorreichen Sieben“. Hier tat sich auch die fünfköpfige Rhythmussektion des Akkordeonorchesters hervor, die unter anderem mit Xylophon und Becken bemerkenswerte Akzente setzte. Bemerkenswert dann auch die zweite Hälfte des Konzerts, in der Auszüge von Gershwins „Porgy and Bess“ zu Gehör gebracht wurden. Hier entfaltete sich durch das Zusammenwirken mit dem Chor der Universität Hohenheim-Stuttgart ein opulentes Soundpanorama, vor dessen Kulisse sich die gut aufgelegten Solisten Janice Dixon (Sopran), Derrick Lawrence (Bass-Bariton) und Michael Austin entfalteten. Insbesondere Derrick Lawrence hinterließ einen bleibenden Eindruck, formidabel seine Interpretation von Klassikern wie „Bess, You Is My Woman“ und „I Got Plenty O’ Nuttin’“.

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