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15. Dezember 2018

Aus zwei mach eins

Gezielte Verbesserungen im Industrie-Schmierstoffbereich lassen sich am besten in enger Kooperation von Anwendern und Schmierstoffherstellern erreichen. Ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz zeigt, wie das gelingen kann.

 

Dort, wo eine Verankerung große Lasten zuverlässig tragen muss, sind Produkte wie die von MKT gefragt. Denn in dem, was die im rheinland-pfälzischen Weilerbach angesiedelte Metall-Kunststoff-Technik (MKT) produziert, steckt richtig Power. Und die ist auch nötig, um die kraftvollen Bolzenanker und Einschlagankerherzustellen. Mehr als 1.900 Artikel gehören zu dem vielfältigen Angebot an Schwerlastbefestigungen. Dabei liefert MKT individuelle Speziallösungen in Groß- und Kleinserien und auch die Beratung zu allen Fragender Anwendungstechnik. Vermarktet werden die Erzeugnisse ausschließlich über den Fachhandel an gewerbliche Kunden – und das rund um den Globus.

Um den Produktionsprozess weiterzu optimieren, entwickelten MKT und der Wormser Schmierstoffspezialist Rowe gemeinsam einen, auf die besonderen Anforderungen der Kaltumformung und des eingesetzten Maschinenparks ausgelegtes Spezialöl.

Einen kleinen Einblick in die Fertigungs-Technologie und die sich darausergebende Besonderheit für das einzusetzende Öl gibt Jochen Warnke, der bei MKT für den Einkauf zuständigist und daher genau weiß, welchen Stahl und welche Hilfsmittel wie etwa Schmierstoffe nötig sind, damit am Ende ein Qualitätsprodukt herauskommt, das im Bau sicher seinen Dienst versieht.

Verarbeitet werden Kaltstauchstähle, Edelstähle, sowie korrosions- und säurebeständige Sonderstähle. Dasstellt besondere Anforderungen an die Prozesse, Werkzeuge und Schmierstoffe. Denn pro Jahr werden bei MKT viele Millionen solcher Produkte der Befestigungstechnik hergestellt.

Zunächst wird ein „Draht“ mitunterim Durchmesser größer 20 mm Hundertstel Millimeter genau auf das richtige Maß gezogen und anschließend auf die erforderliche Länge abgeschert. Anschließend wird auf einer Mehrstufenpresse das Endprodukt geformt.

Bei diesem Umformprozess jagt ein Schlitten mit einem Gewicht von über drei Tonnen Gewicht bis zu 180 Mal pro Minute jeweils einen Meter vor und zurück und bringt dabei die Stahlrohlinge in ihre Form, um am Ende daraus Bolzen- oder Einschlaganker entstehen zu lassen. Bei dieser besonderen Umformtechnik kamen früher zwei unterschiedliche Schmierstoffe zum Einsatz mit ganz speziellen Aufgaben: Ein Bettbahnöl ließ den Schlittenreibungslos gleiten, verhinderte ein zu schnelles Abnutzen der hochwertigen Führungen und hielt den für die Bewegung nötigen Energieaufwand in Grenzen. Ein Kaltfließpressöl sorgte dafür, dass beim eigentlichen Umformprozess die Werkstücke „geschmeidig“ in den Matrizen gepresst werden konnten.

Das Problem dabei: Lange Zeit kamendabei zwei unterschiedliche Ölein Berührung und es erfolgte eine Verschleppungdes Bettbahn- ins Kaltpressölmit negativen Folgen. MKT suchte eine bessere Lösung und fand in Rowe einen geeigneten Partner für die gemeinsame Entwicklung eines Kombi-Schmierstoffes.

„Das Bettbahnöl zeichnet sich durchbesondere Schmier- und Gleiteigenschaften, sowie durch eine hoheHaftfähigkeit aus. Das Kaltfließpressöl dient zur Kaltmassivumformung von schwierigsten Teilen auf, beispielsweisewie bei MKT im Mehrstufenpress-Verfahren – auch für Edel und Buntmetall. Der konventionelle Zwei-Produkt-Einsatz hatte den Nachteil, dass sich das Bettbahnöl mit dem stärker additiverten Kaltfließpressölin der Anlage unvermeidlich in Kontaktkam. Durch diese Vermischung wurde das Kaltpressöl quasi verdünnt. Die Wirkung seiner speziellen Additiveließ vergleichswiese schneller nach und das Öl musste in kürzeren Abständengewechselt werden. Jedes Mal gab es Produktionsunterbrechungen und es entstanden zusätzliche Kosten für die neuen Schmierstoffe“, erklärt Christos Stamboulakis, Produktmanagerund Entwickler für den Bereich Industrie- und Metallbearbeitungsöle bei Rowe.

Die Aufgabe bestand nun darin, einen optimalen Kompromiss zu finden, der höchste Performance für beide Anwendungsbereiche bietet. „Dabei ging es uns darum, die Prozessstabilität zu verbessern, also die Standzeiten von Werkzeugen und Schmiermitteln zu verlängern und gleichzeitigden Kaltpressvorgang genauso gut zu unterstützen wie mit dem bisherigen Öl, beschrieb Herr Warnke die Anforderung.

In enger Abstimmung mit MKT entwickelte Rowe ein Kombiprodukt, das die konventionell verwendeten zwei Öle ersetzt und beide Aufgaben erfüllt. „Wir formulierten einen Booster ontop, der auch in extremst schwierigen Situationen nicht versagt, wenn höchste Performance nötig ist“, so Stamboulakis. Das Ergebnis war ein Hightech-Öl für individuelle Industrieanwendungen. „Das „HIGHTEC FORM NMU“-Produkt ist ein nicht wassermischbares, chlorfreies Hochleistungs-Multifunktionsöl auf Mineralölbasis. Aufgrund der hohen Performance ist es für den gleichzeitigen Einsatz als Bettbahn und Kaltfließpressöl besonders geeignet. Das von uns entwickelte Öl ist leicht zu applizieren. Die Aufbringung kann durch Sprühen, Fluten, Tauchen und Aufwalzen auf das zu bearbeitende Werkstück erfolgen“, beschreibt Stamboulakis die Eigenschaften des Produktes.

Dabei ist das „HIGHTEC FORMNMU“-Produkt nicht nur bei MKT, sondern als vielseitiger Umformschmierstoff auch in anderen Anwendungen sehr gut einsetzbar, wo gleichzeitig die Leistung eines Bettbahn- und eines Kaltfließpressöls gebraucht werden.

„Wir sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden, resümiert Warnke. Seit 2012 hat sich das Öl bestens bewährt. „Es konnte die hochleistungsfähigen Kaltfließpressöle ohne Qualitätsverlust ersetzen, die Vermischung zwischen Bettbahnöl und Kaltfließpressöl ist entfallen, wir haben eine kontinuierliche, konstante Performance und somit lange Standzeiten der Öle und Werkzeuge.“

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